Die Schweiz hat eines der besten, aber auch teuersten Gesundheitssysteme der Welt.

Der Staat muss für ein gutes Gesundheitssystem sorgen, das sich alle leisten können. So ist das Krankenkassenobligatorium eine hervorragende Errungenschaft.

Allerdings ist ein zunehmender Wettbewerb im Gesundheitswesen festzustellen. Krankenkassen überbieten sich mit ausgefallenen Ideen zur Anwerbung von „attraktiven“ Kunden, während immer mehr darüber diskutiert wird, was die Bevölkerung alles noch selber bezahlen muss.

Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen führt zu enormen Kosten (Werbung, Verwaltung, etc) und entspricht nicht der Idee, einer eigentlich sozialen Versicherung. Da die Grundversicherung vom Staat festgelegt wird, handelt es sich beim Konkurrenzkampf der Kassen um einen völligen Pseudowettbewerb, der die Gesundheit der Bevölkerung auf Spiel setzt. Aus diesem Grund befürworte ich eine öffentliche Krankenkasse.

Die Pharmaindustrie hat einen enormen Einfluss. Dies führt dazu, dass Medikamentenpreise in der Schweiz künstlich hoch gehalten werden. So sind beispielsweise bei Diskussionen zum Parallelimport Medikamente dauernd ausgeklammert. Hier bestünde aber ein enormes Einsparpotenzial.

Die öffentlichen Spitälern sind mit genügend Mitteln auszustatten. Es ist bekannt, dass das Gesundheitspersonal in den Spitälern unter enormem Druck leidet. Nicht nur die Arbeit an sich (Pflege und Betreuung kranker und verletzter Menschen) stellt eine grosse Herausforderung dar, der Staat versucht auch zunehmend Kosten bei den öffentlichen Spitälern auf dem Buckel des Personals zu sparen. Das Gesundheitspersonal ist allerdings ein absolut ungeeigneter Ort, um Kosten zu sparen und deutet von einer Respektlosigkeit gegenüber einer der wohl anspruchsvollsten und wichtigsten Berufsgruppen. Das Gesundheitspersonal benötigt genügend Personal- und Sachmittel und es ist viel mehr in die Ausbildung von Pflegepersonal zu investieren. Die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals müssen verbessert werden. Permanent überstundenleistendes Gesundheitspersonal muss der Vergangenheit angehören. Bei Dienstplänen ist auf die Gesundheit und die Wünsche des Personals Rücksicht zu nehmen. Die Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes müssen auch für das öffentlich angestellte Gesundheitspersonal gelten.

In diesem Zusammenhang ist auch die Einführung der Fallpauschalen per 2012 im Gesundheitswesen, die zu noch mehr Wettbewerb zwischen den Spitälern geführt hat, sehr kritisch zu beobachten und nötigenfalls zu revidieren.